Maria liegt auf der Ikone gross und weit. Nicht klein oder fragil, sondern kraftvoll, ruhend, empfangend. Sie liegt in purpurfarbener Gewandung – königlich, denn der König der Könige ist aus ihr geboren. Ihre Haltung ist ein einziges schweigendes Ja.
Ihr Blick ruht selten auf dem Kind. Sie schaut in die Ferne – in die Tiefe Gottes. Maria ist die Frau, die Gott Raum gibt. In ihr wird der Himmel weit, und aus ihrer Bereitschaft wächst das Heil.
Der Advent lädt uns ein, von Maria zu lernen:
die stille Bereitschaft,
das wachsame Hören,
das vertrauende Loslassen.
Ihr „Es geschehe“ ist der dunkelrote Faden, der die Weihnachtsikone mit unserem eigenen Leben verbindet. Wer Maria betrachtet, lernt, dass Gott nicht in das laute, sondern in das weite Herz kommt.
Ihr «Fiat» klingt in der Stille der Ikone noch nach.
Und im Advent dürfen wir fragen:
Wo kann auch in mir ein Raum des „Ja“ entstehen?
Wo darf Gott Mensch werden – ganz konkret in meinem Leben?

Text: Romina Monferrini
