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Ikonen-Ausstellung in der Factory Luzern

    Begegnung von Ikonographie, Kunst und Freikirche

    Am Ostersonntag wurde in der Heilsarmee Luzern die Ausstellung «Ikonen – Bildhafte Worte» eröffnet. In den Räumen der Factory Luzern stellt unser Ikonograph Simon Vogel gemeinsam mit Carmen Indergand-Bira (Hinterglasikonen) seine Ikonen aus. Die Vernissage fand im Rahmen eines Osterbrunches statt und bot Raum für Begegnung, Gespräche und vertiefte Einblicke in die Tradition der Ikonographie. 

    Für viele Besucherinnen und Besucher war besonders eindrücklich, Ikonen gerade an diesem Ort zu begegnen: Die Factory Luzern ist Teil der Heilsarmee und zugleich weit mehr als ein klassisches Kirchengebäude. Die ehemalige Coca-Cola-Fabrik wurde als «Ort der Begegnung – Ort der Kreativität – Ort der Spiritualität» neu belebt. Als Kulturlokal, Galerie und geistlicher Begegnungsraum verbindet die Factory Kunst, Gemeinschaft und christliche Gemeinschaft auf ungewöhnliche Weise. 

    Gerade in diesem Kontext entstand ein spannender Dialog zwischen freikirchlicher Spiritualität und der jahrhundertealten Tradition der Ikonen. Simon Vogel führte während der Vernissage in die geistliche Dimension des Ikonenschreibens ein, erklärte den Ikonen-Kanon und gab Führungen durch die Ausstellung. Dabei wurde deutlich, dass Ikonen nicht primär als religiöse Dekoration verstanden werden, sondern als Ausdruck der Menschwerdung Gottes: Weil Christus Mensch geworden ist und sichtbar in die Welt eingetreten ist, darf das Unsichtbare dargestellt werden. Die Ikone ist deshalb immer Zeugnis der Inkarnation und Teil einer lebendigen Gebetstradition der Kirche.

    Besonders berührend war die Offenheit, mit der Besucherinnen und Besucher aus unterschiedlichsten kirchlichen Hintergründen den Zugang zur Ikonographie suchten. Fragen nach Stille, Schönheit, Gebet und geistlicher Tiefe fanden in den Gesprächen ebenso Raum wie die Auseinandersetzung mit Symbolik, Farbe und den überlieferten Formen der Ikonographie. 

    Die Ausstellung verbindet unterschiedliche Ausdrucksformen sakraler Kunst: Während Carmen Indergand-Bira rumänische Hinterglasikonen präsentiert, zeigt Simon Vogel klassische Ikonen in byzantinischer Tradition. 

    Die Ausstellung ist noch bis zum 14. Juni 2026 in der Factory Luzern zu sehen. Die Kunstgalerie ist in die Räume der Factory integriert und kann während der Öffnungszeiten sowie bei Veranstaltungen besucht werden. 

    Text und Bilder: Romina Monferrini

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