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Advents-Meditationen: Das Kind und die Krippe

    In der Mitte der Ikone liegt das neugeborene Kind. Kein kindliches Lächeln, kein spontaner Griff nach der Welt. Das Kind ruht tief, wie in einer grossen Stille. Eingehüllt in Binden, die an die späteren Grabtücher erinnern. Die Krippe geformt wie ein Sarkophag.

    Die Ikone zeigt uns die ganze Wahrheit der Inkarnation: Gott kommt nicht nur in unser Leben, er kommt auch in unser Sterben. Er nimmt unsere Endlichkeit an, unsere Zerbrechlichkeit, unsere Verwundbarkeit.

    Und gleichzeitig strahlt dieses Kind Frieden aus. Ein Frieden, der stärker ist als die Angst. Ein Frieden, der nicht aus dieser Welt stammt. Advent bedeutet, das Kind nicht nur anzuschauen, sondern sich von ihm anschauen zu lassen – mit jenem Blick, der sagt: „Ich bin gekommen, damit du leben kannst.“

    In diesem Kind ruht die ganze erlösende Zärtlichkeit Gottes.

    Text: Romina Monferrini

    Bild: https://liesbethsiconen.nl/icoon/geboorte-van-christus-kersticoon-2023/

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