Josef steht – oder sitzt – am Rand. Er ist nicht der Vater des Kindes, aber er ist der Hüter des Geheimnisses. Seine Gestalt ist demütig, manchmal müde, manchmal ringend. Die Ikone zeigt ihn oft im Gespräch mit einem alten Mann (das Böse), der Versuchung oder Zweifel darstellt. Josef ringt um das Verständnis. Gerade deshalb ist Josef für viele von uns so nah:
Er verkörpert den Glauben, der nicht alles versteht, aber treu bleibt.
Er glaubt nicht blind. Er glaubt durch das Dunkel hindurch.
Er bleibt – auch dort, wo er nicht alles begreift.
Die Adventszeit stellt uns Josef an die Seite, damit wir lernen, im Fragen treu zu sein, im Zweifel zu bleiben, im Unverstandenen dennoch zu vertrauen. Josef ist der Heilige des leisen Mutes. Sein Ja ist ein Ja im Schatten – und dennoch trägt es das Licht.
Text: Romina Monferrini
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